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Prof. Stefan Engels spielte in Steyl ein Programm ausschließlich mit Werken von Karg-Elert

Volles Haus war begeistert !

Kategorie: Konzertrezensionen, Steyl

Von: Jürgen Schröder

Bittet man den Kaldenkirchener und Wahl-Amerikaner Stefan Engels, in seinen Konzerten doch Werke von Karg-Elert zu spielen, heißt dies, wahrhaftig "Eulen nach Athen zu tragen".

Denn der Orgelprofessor aus Princeton (USA) ist weltweit der erste Organist, der derzeit das Gesamt-Oeuvre des berühmten deutsch-romantischen Komponisten für Manuale und Pedal auf CD-Scheiben bannt.

Über den persönlichen Kontakt mit dem Steyler Organisten Jürgen Schröder - man spielte in der Schulzeit schon parallel in der Viersener Region Gottesdienste - kam Engels nun nach Steyl. Er hatte, außer mit den fast tropischen Temperaturen auf der Empore, mit nichts zu kämpfen : Traf doch eine hervorragend für Karg-Elert- Klänge prädestinierte Orgel auf einen höchst virtuosen Solisten.

Neben sehr facettenreichen und mitunter wunderbar "butterweich romantisierend" registrierten Choralpräludien und Fugen op. 78 spielte Engels Karg Elerts "Three New Impressions" op. 142. Werke, die der Orgel im farbenreichen Vexierspiel der Klänge eine gründliche Hörprobe und dem Solisten höchste Spielfertigkeiten abverlangten. Auch vor dem Hintergrund, daß Engels sich selber registrierte, zollten die weit über hundert Zuhörer (für ein Orgelkonzert darf man ruhig von einem "vollen Haus" sprechen) dem Gespielten begeisterten Applaus. Durch beständig changierende Registerkombinationen erreichte Engels mitunter glockenspielähnliche Effekte - witziges und interessantes Element u.a. des so herrlich weltlich klingenden "Valse mignonne". Die Steyler Orgel bot neben dem majestätisch-gravitätischen Plenumklang auch sensibelste Lautstärken im Schwellwerk. Fast unhörbar schwebende Passagen und Crescendi, die beinahe lückenlos aus dem satten Sechzehn- und Achtfuß-Registerbestand aufbrandeten, führten den streckenweise weitgereisten Hörern vor Augen, daß die Steyler Oberkirchen-Orgel per se ein romantisches Instrument genannt werden werden darf. Im niederländischen Grenzgebiet stellt sie daher eine Rarität dar - wohl auch deswegen hatte man dieses Konzert in den Rahmen des "Orgelfestival Limburg 2004" aufgenommen.

Daß die letztjährig abgeschlossene Renovierung der Orgel durch die Fa. Wilbrand-Coenen ein voller Erfolg gewesen ist, wurde nicht zuletzt im Finale des Konzerts hörbar.

Bachs Capriccio aus der Toccata für Klavier G-Dur, Händels Grobschmied-Variationen und Richard Wagners "Einzug der Gäste auf der Wartburg aus "Tannhäuser" waren denkbar verschieden klingende Gipfelpunkte des vorletzten Konzerts in Steyl in diesem Jahr 2004. Mächtiger Beifall und da capos an den Tastenmeister - der aber, schweißgebadet, auf eine Zugabe verzichtete.



Das nächste Konzert im September (05.09.04, 17 Uhr), verspricht indes wiederum, ein außergewöhnlicher Höhepunkt zu werden. Prof. Eric Lebrun und Prof. Marie-Ange Leurent (Paris) werden dann vierhändig- und füßig Symphonien- und Operntranskriptionen interpretieren. Unter anderem erklingt Mozarts "Jupitersymphonie", ein Auszug aus Mendelssohns "italienischer Symphonie" und Opernklänge von Berlioz, Rossini und Bizet.