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Nach mehr als 200 Jahren Rückkehr der Langhaus-Orgel in den Dom?

Initiative Mainzer Domorgel - eine lohnenswerte Aufgabe

Dom - Orgel - Klangraum

 

Der Mainzer Dom gehört nicht nur in seiner geschichtlichen Bedeutung zu den herausragenden Denkmälern, sondern erweist sich auch in unserer Zeit als Kristallisationspunkt, als Begegnungsstätte und nicht zuletzt als Zentrum der Kirchenmusik. Dieser Dreiklang erfährt seinen Grundton in den verschiedenen Gottesdiensten. Aus den Intentionen des liturgischen Alltags konzipiert der Domorganist die gesamte Orgelmusik auch in den Domkonzerten, in den Orgelabenden und Orgelmatineen. Seit 1981 spielt Albert Schönberger an der Mainzer Domorgel und prägt mit seinem liturgischem Spiel und anspruchsvollen Konzerten das musikalische Profil des Mainzer Domes entscheidend mit. Dom und Domorganist erfahren internationale Beachtung. Umgekehrt strömen die Menschen geradezu in die Orgelkonzerte in den Mainzer Dom.

Anforderung und Herausforderung - die derzeitige Orgelsituation Festliche Klänge zu festlichen Anlässen - dazu gehört wie selbstverständlich die ORGEL. Derzeit besitzt der Mainzer Dom eine der größten und kompliziertesten Orgeln Europas. Das derzeitige Instrument geht zurück auf die 1928 hinter dem Chorgestühl aufgestellte Orgel (75 Registern Fa. Klais, Bonn). In den 60er Jahren wurde eine Umstellung (durch Fa. Kemper, Lübeck)getätigt, die für den Bereich des Ostchors eine zusätzliche Orgel brachte. Die Beschallung des Mainzer Domes erwies stets als problematisch und ist es bis heute. Mit einer einzigen Orgel kann den Erfordernissen in den vielgestaltigen Gottesformen nicht Rechnung getragen werden, zu groß sind die räumlichen Dimensionen, wie der nebenstehende Grundriß mit den eingezeichneten Orgelstandorten zeigt..

So versuchte man in der Gliederung in sechs Teilwerke die Problematik aufzufangen. Doch bleibt die Domorgel dem Blickfeld des Besuchers fast völlig entzogen. Die Töne der Orgel erreichen den Hörer nur auf indirekten und in unterschiedliche Richtung weisenden Wegen - nur nicht dahin, wo der Hörer sitzt.

So erschwert dies nicht nur die musikalisch-künstlerische Arbeit des Organisten, es ist vielmehr noch der Hörer gefordert, der so gut wie keine klare Konturen der Klänge erfährt. Er hört nur Klangflächen, die sich in verschiedenen Lautstärken nur zeigen. Zusätzlich erschwert es das Mitsingen im Gottesdienst, welchem ja heute eine weitaus größere Bedeutung zukommt, als in der Zeit, als die jetzige Domorgel konzipiert wurde. Hierin liegt der große Widerspruch in der Konzeption und den daraus resultierenden Klangergebnissen. Der Mainzer Domorganist war und ist immer zu einer musikalischen Gradwanderung und entsprechenden interpretatorischen Kompromissen gezwungen.

Eine neue Lösung in Sicht - Langhaus-Orgel Hier soll Abhilfe geschaffen werden durch die Errichtung einer Langhaus-Orgel, welche dann wie die Kanzel im Dom am akustisch optimalen Platz in einer anderen Qualität in Klang und Aussage den Besucher direkt und klar in den Klangkonturen erreichen könnte. Die Geschichte berichtet von einer solchen Orgel, die von 1500 bis 1793 den Dom geziert hatte.

Ein neues Konzept, das Domorganist Schönberger und eine damit beauftragte Kommission unter Vorsitz von Domdekan und Weihbischof Rolly seit 14 Jahren erörtern und nach einer besseren Lösung für den Dom ringen, liegt vor. Bauliche Fragen, denkmalpflegerische Aspekte sowie musikalische Notwendiges, Künstlerisches Machbares werden intensiv diskutiert mit dem Ziel, durch weniger Standorte eine größere musikalische Effizienz und Klangwirkung zu erreichen. Vor allem aber gilt es, den Gemeindegesang durch die neue Konstellation besser zu ermöglichen.

Eine Anregung und Ermutigung zu neueren Wegen läßt sich für alle aus der bewegten Geschichte der Mainzer Domorgel(n) ableiten.

In früheren Zeiten beherbergte der Dom mindesten drei selbständige Orgeln: eine kleine Orgel im Ostchor (1468) eine Festorgel an der nördlichen Langhauswand (seit 1500 bis 1793), auf dem dortigen Lettner an der nördlichen Wand. Eine weitere Orgel kam 1547 auf dem Westchorlettner zu stehen. Sie diente dem liturgischen Dienst im Hochchor. Nachdem letztere ihren Dienst versagte, stiftete Johann Ludwig Cüntzer 1702 eine Orgel, die zur Aufstellung auf die nördliche Chorbühne kam und 1972 abgebrochen werden mußte. Das Jahr 1793 bringt durch kriegerische Auseinandersetzungen in Mainz und Bränden im Dom das AUS für die Orgeln. In der Folgezeit tat man sich schwer, überhaupt Orgeln neu zu installieren und suchte nicht gerade günstige Aufstellungen: 1803 kommt ein Instrument auf die nördliche Chorette (getätigt vom Mainzer Orgelbauer Franz Xaver Ripple, der dazu Pfeifenmaterial der Cüntzer'schen Orgel verwenden konnte)wiederum begann man hinter dem Chorgestühl mit einer kleinen 1-manualigen Orgel (1866, Johann Georg Finkenauer und Philipp Embach), erweiterte sie später ( durch Orgelbauer Schlimbach). Und schließlich 1928 - nach der Rettung des Mainzer Domes - die große Orgel hinter dem Chorgestühl des Westchores und der Erweiterung bzw. Umstellung in den 60er Jahren.

Wer einmal die wunderbare Architektur und die Weite des Symbolträchtigen Raumes des Mainzer Domes in seiner vollen Dimension in Gottesdienst oder Konzert meditiert hat, wird sich einen solchen Dauerzustand hinsichtlich seiner jetzigen Orgel nicht als endgültig vorstellen können. Eine Orgel, die nicht zu sehen ist, kann man auch nicht gut hören. Ein Klang spielt niemals um die Ecke. Man stelle sich vor, der Domchor würde sich hinter dem Chorgestühl aufstellen, der Dirigent wäre auf einer der Choretten, um von dort zu dirigieren - ....Bei der Orgel erdachte man genau dies oder: man stelle sich die Frage, warum der Domchor bei Konzerten sich auf den Stufen des Hochaltars - also näher beim Publikum - aufstellt ? Man vergleiche, mit welchem Aufwand man durch Lautsprecher "das Wort an den Mann" zu bringen versucht. Jeder Gymnasiast weiß heute um die akustisch-physikalischen Gesetze des Schalles und der damit zusammenhängenden Problematik. Aber nicht Vorwürfe oder Anklagen, sondern Argumente zur Verbesserung sollen diese Fragen sein, Ermutigung dazu, dem Dom eine bessere Voraussetzung für die Arbeit in der Orgelmusik zu geben. Ist es doch die Orgel, von der wir alle nahezu immer ihre Klänge einfordern.

Auch in technischer Hinsicht erweist sich die Domorgel als überaltert. Die Spielfunktion und technische Sicherheit ist nicht mehr gewährleistet. Nicht nur beim Katholikentag 1998, sondern im Alltag streikte das Instrument immer häufiger und zeigt sich häufig störanfällig. Großenteils minderwertiges Material, mangelhafte Verarbeitung tun das ihrige dazu, daß der Dom immer mehr Aufwand in Reparaturen investieren muß. Was ist - wenn die Orgel mal ganz ausfällt? Welche Lösung ist kurzfristig zu realisieren?

Die laufende Diskussion zeigt, daß man sich einer solchen Frage mit großem Engagement und sorgfältigen Auseinandersetzungen widmen muß. Domorganist Schönberger hat daher schon sehr früh auf die Problematik der Mainzer Domorgel hingewiesen. Eine Kathedrale braucht eine würdige und ansprechende Aussage hinsichtlich ihrer Orgel und der Musik. Die Orgel ist Botschafter auch nach außen hin. Die Orgel ist ein Zierwerk und wurde von jeher für den jeweiligen Raum gestaltet. Wir sollten das in unserer heutigen Zeit nicht mehr zustandebringen? Schauen wir in die Geschichte unseres Domes, betrachten wir die anderen Domkirchen, welche sich nahezu alle neue Orgeln "geleistet" haben. Machen Sie mit! Unterstützen Sie diese Idee, diese Initiative und artikulieren Sie sich mit.

INITIATIVE MAINZER DOMORGEL


Ein Kreis Interessierter hat sich zusammengetan, das Gespräch mit dem Domkapitel aufgenommen und klar signalisiert, dem Dom Unterstützung zukommen zu lassen in ideeller und finanzieller Sicht. Die Initiative Mainzer Domorgel entstand. Dank großzügiger Spenden von Institutionen und Privatpersonen ist schon ein wenig "Bausubstanz" zusammengekommen. Doch ein solches Projekt benötigt mehr. Ein Kunsthandwerk, an dem viele Berufszweige gleichzeitig und nebeneinander arbeiten, benötigt in der Größenorgel einer drei-manualigen Orgel ca. 30.000 bis 35.000 Arbeitsstunden.

Wir bitten Sie, dem Dom die musikalische Zukunft sichern zu helfen. Unterstützen Sie die Planung für eine neue Langhausorgel durch Ihr Engagement im Zuspruch, durch Ihre für ein solches Projekt angemessene Spende.

Wenn Sie mehr erfahren möchten, der Sprecher der Initiative Mainzer Domorgel, Herr Dr. Bernhard Loos, Tel. 06131/ 50 83 44 oder Domorganist Albert Schönberger, Tel. 06131/ 253474 erteilen gerne nähere Auskunft.

Lassen wir ein Stück Geschichte des Domes sichtbar lebendig werden, geben wir ihm seine Langhausorgel wieder - zur Zierde des Domes, zur Erbauung aller, die diesen Ort aufsuchen in Gebet, Meditation und Gottesdienst und Konzert.

Viel hat die Musik an Kompromissen in der jüngeren Vergangenheit zu ihren Ungunsten machen müssen. Sicher - ohne Kompromiss geht es auch beim neuen Projekt nicht ab. Aber gestalten wir ihn so, daß er von allen getragen kann, daß es eine wirklich neue und bessere Lösung gibt.

Für alle, welche sich finanziell engagieren möchten, sei hier das Orgelkonto LANGHAUSOREL MAINZER DOM genannt:

Kto-Nr. 4 000 100 019 - Hst. 7/9.1150.2200 Langhaus-Orgel Dom Pax Bank eg Mainz BLZ 551 601 95

Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung und danken Ihnen sehr. Mit freundlichen Grüßen,

Albert Schönberger Dr. Bernhard Loos Domorganist Sprecher Initiative Mainzer Domorgel


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