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Eine Solistin begeisterte ihr Publikum

Organistin Elisabeth Roloff spielte in Bielefeld-Ummeln

Von: meinhardo

Elisabeth Roloff


Ihr Progamm begann Roloff mit der dorischen Toccata und Fuge (BWV 538) von J.S. Bach.

Am 21. September 1732 reiste J.S. Bach mit Anna Magdalena nach Kassel. Nach der Orgelprüfung erfolgte am 28. September 1732 durch J.S. Bach das Einweihungskonzert in der St. Martins-Kirche. Es erklang höchstwahrscheinlich J.S. Bachs „Dorische Toccata und Fuge in d-moll“, BWV 538, ein ungemein virtuoses Stück aus seiner Weimarer Zeit.

Der zwölfjährige Erbprinz Friedrich von Hessen-Cassel schenkte Bach aus Begeisterung einen edelsteingeschmückten Ring, da er die Pedalkunst Bachs bewunderte: "die Füße, die so beflügelt über die Pedale eilten, dass die wuchtigsten Klänge wie Blitz und Donner in den Ohren der Hörer widerhallten."

So, wie in diesem zitierten Textteil erklang das Werk nicht in der Ev. Kirche von Ummeln, da hier eine trockene Akustik den Nachhall schmälerte. Lobend gerade hier anzumerken war das virtuose Spiel und die geschickte Registrierung der erfahrenen Organistin. Sie verstand es großartig, die feinen Nuancen in diesem großartigen Bach-Werk dem Hörer näher zu bringen.

Im Anschluss daran erklang das Orgelwerk: DEDICATIONS; Five Preludes von Jaromir Weinberger.Der in Prag geborene Komponist erhielt ab 1915 in Leipzig Orgelunterricht von Reger, emigrierte 1939 in die USA und komponierte dort fünf Orgelwerke.Weinberger bezeichnet seine kurze Zeit bei Reger als einen entscheidenden Einfluß in seinem Leben.

Die fünf Präludien der Dedications ist für jedes Stück einer biblischen Frauengestalt gewidmet, womit I Miriam (2. Mose, 4. Mose), II Rachel (1. Mose), III Ruth (Buch Ruth), IV Deborah (Buch der Richter 4, 5) und V Esther (Buch Esther) ihre jeweilige Rolle, deren Charakter und Atmosphäre zugewiesen bekommen; als Lieder ohne Worte erfahren sie eine Sonderbehandlung.
Diese moderne Tonsprache wurde spektakulär und gekonnt von der Organistin in klingende Konzertmusik umgesetzt.

Als ein weiteres Werk der späten Barockzeit erklang von J.S. Bach aus den Trio-Sonaten die Sonata V in C-Dur (BWV 529).
Diese Trio-Sonaten wurden höchstwahrscheinlich zu Beginn der Leipziger Zeit für die musikalische und technische Ausbildung des Sohnes Wilhelm Friedemann und anderer Schüler komponiert. Man konnte auch in diesem Konzert von dieser Schönheit der Trio-Sonaten nicht genug bekommen.
Welche Fallstricke beinhalten diese Orgel-Sonaten ! Innig berührend und überzeugend verstand es die Organistin, diese wunderbare Orgelliteratur künstlerisch auszugestalten und wiederzugeben.

Die Sonate Nr.5 in D-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy ist ein Herzstück der Romantik. Es ist kein Geheimnis, dass die Sonaten von Mendelssohn zur erfolgreichsten Gattung in der Orgelmusik des späten 19. Jahrhunderts wurden. Eine üppige Klangvielfalt, mit romantischen Elementen durchsetzt, erklang aus diesem wunderschönen Orgelwerk. Die Möglichkeit der Kleuker-Orgel, dies entsprechend wiederzugeben, wurde bravourös genutzt.

Zum Abschluss erklang französische Kathedralmusik von Charles-Arnaud Tournemire mit´seiner Cantilène improvisee und einer Improvisation sur le TE DEUM.

Erstaunt vernahmen die Hörer, dass an der Kleuker-Orgel so großartige Kathedralmusik gespielt werden konnte. Bewundernswert, wie die Originalsprache der französischen Orgelliteratur von einer Meisterin ihres Fachs umgesetzt wurde. Die Organistin hatte einen langjährigen Aufenthalt in Paris verbracht und und  bei M.C. Alain studiert. Sie war von 1974 bis 1982 war sie „Organiste Titulaire“ an der Deutschen Kirche in Paris. -

Ihr Wissen und Können vermittelte Elisabeth Roloff dem Hörer im rezensierten Konzert eindrucksvoll. Bewundernswert, was diese Organistin mit 71 Jahren an der Orgel noch zu leisten im Stande ist.

Eine vollbesetze Kirche spendete dieser großartigen Künstlerin den wohlverdienten Applaus mit "standig ovations"- nach einer erlebten Sternstunde der Orgelmusik.

 

Programm:

J.S. Bach (1685-1750) DorischeToccata und Fuge (BWV 538)

Jaromir Weinberger (1894-1967) Dedications, Five Preludes

J.S. Bach Sonata V in C-Dur (BWV 529)

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) Sonata V in D-Dur

Charles Tournemire (1870-1939) Cantilene improvisee, Improvisation

 


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